Ernetschwil
Ernetschwil wurde im Jahre 885 erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Sie berichtet, wie die Alemannen Eidwart und Iltibold ihren Hof "Eidwarteswilare" der Grundherrschaft des Gallusklosters unterstellten. Bis um 1500 sind kaum schriftliche Quellen über den Weiler erhalten geblieben. Einzig ein Schriftstück, das die Kanzlei des Bischofs von Konstanz 1241 ausgestellt hat, hält fest, dass die Einwohner von "Ermatswilari" nach Uznach pfarrgenössig sind. Im Zehntenverzeichnis von Uznach nimmt der Name nach und nach die heutige Form an: 1490 "Airnetswilae", 1510 "Ärnischwil".
Ernetschwil war von jeher ein Bauerndorf. Gewerbliche Aktivitäten beschränkten sich auf den Betrieb einiger Mühlen. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Gaststätten, die entlang dem Pilgerweg über den Ricken nach Einsiedeln für Unterkunft und Verpflegung sorgten.
Gebertingen
Vom Weiler Gebertingen berichten nur wenige schriftliche Quellen. Die Form des Namens weist auf eine alemannische Gründung hin. Ein "Kebehart" trat im Frühling und im Sommer 854 in Uznach als Zeuge von Verträgen auf, welche Besitzungen in Bezikon, Bauwil und Uznach betrafen. Ebenso bezeugte er am 9. Januar 867 den Vertrag des Waldhart, der den Schümberg der Grundherrschaft des Klosters St. Gallen unterstellte. Die Vermutung liegt nahe, dass auch der Hof Gebertingen damals in der Grundherrschaft des Klosters St. Gallen eingegliedert war.
Die älteste bekannte Urkunde stammt aus dem Jahre 1317. Graf Kraft von Toggenburg integrierte damals den Zehnten von "Gebartingen" in den Fond seiner Kapellstiftung in Uznach. Im Freiheitsbrief von 1439 wird dann Gebertingen unter den "Dörfern und Höfen" der Gerichtsgemeinde Uznaberg genannt.
Das Gebiet der Allmeindgenossenschaft Gebertingen, zu der zwölf Bauernhöfe gehörten, reichte bis hinauf zum Ricken, wo heute noch der "Gebertinger-Wald" davon Kunde gibt. Ein schönes Allmeindgebiet oberhalb Schümberg wurde an das Antönierhaus in Uznach veräussert. Aufgrund dieser Zugehörigkeit entstand der Flur- und Alpname "Tönneren" (Tönieralp).
Die Bewohner von Gebertingen gehören kirchlich zu St. Gallenkappel, besitzen jedoch ein kleines Gotteshaus: Die St. Matthä-Kapelle am Pilgerweg Laad - Walde - Steg reicht ins Spätmittelalter zurück, erstmals schriftlich bezeugt 1580.
Ricken
Das Dorf Ricken ist untrennbar mit dem Passweg vom Toggenburg ins Linthgebiet verbunden. Das Dörfchen ist erst in den letzten vier Jahrhunderten entstanden. Vorher war diese Gegend ein einsames Grenzland mit wenigen zerstreuten Bauerngehöften.
Diesem Übergang kam grosse Bedeutung durch die Zugehörigkeit des heutigen Seebezirks zur Grundherrschaft des Klosters St. Gallen zu. Nicht zu übersehen ist, dass die Pilgerstrasse aus dem süddeutschen Raum nach Einsiedeln über den Ricken führte.
Der zunehmende Pilger- und Reiseverkehr liess auf dem Ricken vier Gasthäuser entstehen. Von 1835 bis 1910 war Ricken Station der Postkutsche zwischen Uznach und Wattwil.
Am Ende der Postkutschenära wurde es jahrzehntelang recht ruhig. Tourismus- und Freizeitverkehr brachte eine Neubelebung. Das ideale Wandergebiet in nebelfreier Zone und die abwechslungsreiche Skiloipe locken Erholungssuchende auf den Ricken.
Quelle: Gemeinde Ernetschwil