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Was hat Goldingen mit Gold gemeinsam?
Es steht fest, wie Amtsschreiber Albert Blöchlinger in seiner
"Heimatkunde vom Linthgebiet" schreibt, dass im Goldingertal
verschiedentlich versucht wurde, Gold auszubeuten. Wie dem
Neujahrsblatt des Wissenschaftlichen Vereins St. Gallen aus
dem Jahr 1833 zu entnehmen ist, soll bereits in alten Zeiten am
Fusse der Kammegg goldführende Erde gefunden worden sein.
Der Chronik von Landschreiber Kustor zufolge bestand in der Alp
Kamm zwischen der Kreuzegg und der Haberrüti eine Höhle, die
durchgehend das "Goldloch" genannt wurde. Diese Höhle soll
von geräumiger Weite und in etwelche Gassen und Abwege
geteilt gewesen sein, "worinnen Erzverständige ein gewisses
feuchtes Sand auffassten und in fremde Länder vertrugen".
Am 28. Juni 1757 dann wurde die Gegend durch ein Erdbeben
ein erstes Mal verschüttet. Ob nach diesem Naturereignis die
Grabungen ins Innere im Kammberg wieder aufgenommen
wurden, ist nicht bekannt, nach Blöchlinger aber "sehr zweifel-
haft". Doch das Gebiet ums Goldloch blieb nach diesem Ereignis
nicht verschont. Ein zweites Mal wurde es durch einen Bergrutsch
verschüttet, der am 11. Mai 1847 die Gegend heimsuchte.
Die Alemannenzeit
Als im 7. Jahrhundert die Alemannen in diese Gegend einwan-
derten, gründeten sie die Höfe Goldingen (heute Vordersagen),
Egligen, Hubertingen, Wolfertingen, Gibel, Echeltschwil und Thal
(heute Dorf). Keiner dieser Höfe wird im Mittelalter urkundlich
erwähnt. Der alemanni-sche Name "Coldo" jedoch, von dem sehr
wahrscheinlich Goldingen den Namen geerbt hat, erscheint im
9. Jahrhundert als Zeuge unter sankt-gallischen Traditionsur-
kunden.
Die Toggenburger
Um 1200 übernahmen die Grafen von Toggenburg im Seebezirk
Grundbesitz und Herr-schaft. Goldingen gehörte damals zur
"Grafschaft Uznach" und wurde als Tagwen (Gemein-de) unter
dem Namen "Oblinden" (Land und Leute ob den Linden) ver-
waltet. Die Linde im Goldinger Wappen stammt vermutlich aus
dieser Zeit. Kirchlich gehörte Oblinden zu den zwei frühmittel-
alterlichen Landpfarreien Uznach und Eschenbach. Als um 1200
in der zür-cherischen Nachbarschaft die Pfarrei Wald gegründet
wurde, zählte man den Weiler Ober-holz, aus dem das Ge-
schlecht der "Oberholzer" stammt, zur Pfarrei Wald. Somit
gehörte das Gebiet der heutigen Politischen Gemeinde damals
zu drei verschiedenen Pfarrgemeinden.
Die Eidgenossen
Im Jahre 1439 erhielt die Landgrafschaft Uznach den Freiheits-
brief, Landrecht genannt, in welchem die Gemeinde unter dem
Tagwen Oblinden erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach dem
Aussterben der Grafen von Toggenburg kam Goldingen unter die
Oberherrschaft der eidgenössischen Orte Glarus und Schwyz
und gehörte seit dieser Zeit indirekt zur Eid-genossenschaft.
Der Kanton St. Gallen
Mit der Französischen Revolution änderte sich die politische
Zugehörigkeit nochmals, dafür aber endgültig. Goldingen wurde
als Teil des Seebezirks im Jahre 1803 eine selbständige Ge-
meinde des neuen Kantons St. Gallen.
In den Weilern steckt die Geschichte
Nachdem die ersten Höfe und Weiler auf die Alemannenzeit
zurück zu führen sind, entstan-den im 15. und 16. Jahrhundert
nach und nach neue Weiler und Einzelhöfe, als viel Land gerodet
und als Privatbesitz angesprochen wurde. Das steile und abge-
legene Hügelland im hinteren Teil wurde, das geht aus den
Briefen der Allmeindgenossenschaft hervor, als Weide- und
Waldreserve gemeinsam genutzt.
Der Entschluss, im Jahre 1641 im Weiler Thal eine Kapelle zu
bauen, führte schon 1679 zur Errichtung der eigenen Pfarrei St.
Nikolaus im Thal. Dadurch wurde dieser Weiler zum Mittelpunkt
der Gemeinde.
In der folgenden Zeit wurden die Bezeichnungen "Thal" und
"Oblinden" nach und nach mit Goldingen ersetzt. So schrieb auch
Johann Ulrich Custor Ende des 18. Jahrhunderts: "Diese Gmeind
hat den Nammen Oblinden, womit sie in dem land-
schaftlichen Freyheitsbrief Anno 1439 benamset ward, nun-
mehro in den Nammen Goldingen beynachem abgewechselt".
Damit erhielt die ganze Gemeinde jene Namensbezeichnung,
die frü
her zum heutigen Weiler Vordersagen gehörte. Der heu-
tige Weiler "Vorhalden" am Eingang zu Hintergoldingen wurde
noch bis nach Mitte des 20. Jahrhunderts mit Vordergoldingen
bezeichnet, weil er ja vor dem früheren Goldingen liegt.
Bevölkerungsentwicklung
Nach der Entstehung der neuen Weiler zählte die Gemeinde in
der Mitte des 17. Jahrhunderts etwa 600 Einwohner. Im
18. Jahrhundert nahm die Bevölkerung stark zu, was auch dazu
geführt hat, dass im Jahre 1784 eine neue, grössere Kirche, die
heute noch stehende Pfarrkirche, gebaut werden musste. Im
19. Jahrhundert wurde wieder eine Abwanderung spürbar, weil
sich keine Industrie- und Gewerbebetriebe ansiedelten. So ist es
nicht verwunderlich, dass im Jahre 1800 in Goldingen 1100
Einwohner und 100 Jahre später nur noch 885 Einwohner gezählt
wurden. Im 20. Jahrhundert nahm die Bevölkerung dank dem Ent-
stehen von einheimischem Gewerbe und der grösseren Mobilität
wieder zu und hat sich nach verschiedenen auf und ab in den
letzten Jahren bei gut 1050 Einwohnern eingependelt.
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